Kellenberger 1000

Die Kellenberger 1000 hat einen deutlich verlängerten Maschinentisch, und die Zugänglichkeit zum Arbeitsraum ist optimal. - Bild: Kellenberger

Die Kellenberger 1000 entspricht in den Hauptbaugruppen der Varia-Maschine mit den Vorteilen der hohen Schleifgenauigkeit, bedingt durch hydrostatische Führungen in den Hauptachsen, der kundenbezogenen diversen Aufbaumöglichkeiten, des sehr dynamisch drehenden Schleifkopfes und einer bedienerfreundlichen umfangreichen Unterstützung bei der Generierung von neuen Schleifaufgaben.

Maschinenaufbau

Achskonfiguration
Die Achskonfiguration ermöglicht eine flexible Einsetzbarkeit und durch die vorhandenen Anbauaggregate die Bearbeitung komplexer Bauteile. - Bild: Kellenberger

Beim Aufbau trennt Kellenberger das Maschinenbett von den peripheren Baugruppen, wie Umhausung und Nebenaggregaten. Diese werden auf einem eigenen Gestell aufgebaut, um thermisch und schwingungstechnisch Einflüsse auf den Prozess zu vermeiden. Schon hier beim Aufbau erkennt man die Zielstellung, eine Schleifmaschine darzustellen, die im Betrieb Zustellraten unter einem Mikrometer exakt anfahren und schleifen kann.

Das Maschinenbett ist ein selbsttragender Graugusskörper, der auf drei Dämpfungselementen auf dem Boden aufgesetzt wird, die Peripherie steht separat auf sechs Punkten. Das Bett trägt zum einen den Längstisch mit der Z-Achse und den darauf aufgebauten Elementen Werkstückspindelstock, mit der Werkstückspannung (C-Achse), Reitstock, Lünetten und Abrichtern und zum anderen den Schleifschlitten (X-Achse) mit der aufgebauten B-Achse. Der Schleifschlitten trägt den Schleifkopf, der in diversen Konfigurationen zum Außenrund- und Innenrundschleifen aufgebaut werden kann. Die Position des Schleifkopfs kann auf dem Schlitten je nach Kundenbedarf so platziert werden, dass es ohne Kollision möglich ist, alle Positionen zum Schleifen und Abrichten zu erreichen.

Konturen eines Schräghalsadapters für Spritzgießwerkzeuge
Beim Maschinen-Check wurden bei Firma Alpla mit der Innenspindel Konturen eines Schräghalsadapters für Spritzgießwerkzeuge im Radiusbereich geschliffen mit einer Formgenauigkeit < 5 µm. - Bild: fertigung

Wesentliche Vorteile der Maschine sind die hydrostatisch geführten Linearachsen X und Z und die hydrostatisch gelagerte B-Achse. Die Z-Achse ist als V-Flachführung ausgelegt. In den Öltaschen im Schlitten sind Saug- und Drucktaschen eingebracht, die hydraulisch in einem geregelten System mit konstantem Druck versorgt werden. Der Schlitten läuft dann auf einem definierten Ölfilm bei hoher Steifigkeit. Bei der X-Achse ist eine Rechteckführung vorhanden, die hohe Bearbeitungskräfte aufnimmt und nach dem gleichen Prinzip arbeitet. Die Hydrostatik hat mehrere Vorteile: Sie sorgt für hohe Dämpfung, vermeidet Stick-Slip bei der Achsumkehr und gewährleistet geringe Verfahrkräfte, was zur Realisierung von hohen Bahngenauigkeiten und hervorragenden Oberflächen am Teil führt. In der B-Achse ist eine hydrostatische Lagerung im Einsatz, die im Verbund mit dem Direktantrieb Schwenkzeiten von zirka 1 s für eine 180°-Drehung ermöglicht, was einen äußerst dynamischen Schleifprozess ermöglicht.

Dies ist auch notwendig, wenn man im Profilschleifen mit nachgeführter Scheibe kleine Radien schleifen will. Bei hoher Steifigkeit und drehmomentstarkem Antrieb kann die Achse auch ohne Klemmung in der Kontur verfahren. Eine hydraulische Klemmung ist dennoch vorhanden für das Arbeiten mit angestellter Schleifscheibe. Die Maschinenverkleidung ist funktionell, was Zugänglichkeit und Wartung betrifft. Sie wird mit einer Blechdicke von 3 mm ausgeführt, um beim Innenschleifen größere Scheibendurchmesser einsetzen zu können.